Tag 29: Ein Ruhetag am privaten Strand oder wie gut, dass wir viele Gurte, Sandbleche und nen ordentlichen Spaten dabei haben – Teil 2…

Da gestern Sonntag war, war natürlich hier generell mehr los am Küstenstreifen von Wolin als heute. Es kamen noch einige Mountainbiker, Angler, Jogger, „Hundespazierer“ und Cross-Motorräder vorbei. Ein Fahrer machte auch keine Umwege über befestigte oder sandige Wege, sondern zog sein Boot gleich stumpf über das gemähte Feld…

Wir wurden heute morgen sanft durch die Sonne und eine Entenfamilie geweckt, die an „unserem“ Teil des Strandes ihr Frühstück einnahm. Die Nacht war wieder super ruhig, nur der echt frische Wind ruckelte zwischendurch an unserem – dem Wind die breite Stirn bietenden – Reisemobil.

Mit viel Ruhe frühstückten wir, machten uns fertig und machten mit einer Müllsammelaktion den Strandabschnitt rund um unser Mobil sauber. Wir denken, dass es mehr als richtig ist, dass – wenn man schon kostenlos auf so vielen Stellen irgendwo im Nichts steht – man dann den Müll der unbesorgten Vorgänger ruhig beseitigen kann und den Platz somit sauberer verlässt, als man ihn vorgefunden hat. Den eingesammelten Müll nehmen wir in unserem speziellen „Sondermüll-Behälter“ mit und entsorgen ihn dann bei der nächsten Tankstelle oder einem Supermarkt.

Nach der 10 bis 15 minütigen Aktion hatten wir einen Radius von ca. 25 Meter rund um unser Reisemobil von Plastiktüten, Getränkedosen und anderem Müll gereinigt und stellten unsere Stühle an den Strand. Gegen Mittag besiegte die Sonne mit ihrer Kraft den Wind und wir konnten unsere Fleecejacken / Pullover ausziehen.

Während unseres Mittagsnacks sauste ein alter hamburger Bulli mit „H-Kennzeichen“ an uns vorbei und wir guckten uns staunend an… Mutig. Einsehbar ist der Weg hier bei uns nicht. Natürlich ist eine gewisse Geschwindigkeit beim Durchfahren von sandigen Wegen schon der Schlüssel, aber wir sind da vielleicht auch vorsichtiger… Der Fahrer meisterte „unsere“ Stelle, an der wir gestern die Bleche / Boards benötigten ohne Probleme. Wir wussten aber ja, dass die richtig tiefen Stellen erst noch kommen würden. So war es dann auch, nach ca. einer Minute sahen wir das schräg stehende weiße Klappdach des Bullis überm Schilf und das Auto bewegte sich nicht mehr…

Ich ging zu Fuß zum Havaristen und bot unsere Boards, Spaten und Hilfe an. Das Angebot wurde angenommen und wir holten unsere Ausrüstung. Nach ein paar Minuten war klar, dass hier die Boards alleine nicht ausreichen würden und schleppen, bzw. ziehen die einzige Möglichkeit wäre, den Bulli aus der misslichen Situation zu befreien. Wir hätten mit unserem Mobil nicht an dem Havaristen vorbei fahren können, ich hatte auch nicht im geringsten Lust, den Vorgängern in den Sand zu folgen. Aber ca. 50 Meter hinter der Unglücksstelle stand jedoch ein weiteres Mobil und die Besatzung wurde angesprochen. Sie würden auch helfen. Super. Dann fahrt doch so weit an die Stelle ran, dass euer Ducato noch „festen Boden unter den Füßen“ hat. Wir würden dann unsere Winde holen. Der Einsatz der Winde wäre natürlich schonender für alle beteiligten Geräte. Wir verbanden also wieder unsere drei Gurte mit der Winde, die am blauen Ducato befestigt worden war.. Wo war jetzt gleich der Anschluß für die 12Volt- Versorgung?….Hm…Das Kabel muss uns bei der letzten Aktion aus der Kiste gefallen sein…. Ich schaute nochmal in unserem Auto und musste passen. Der Einsatz der Winde war also gestorben… Also musste der blaue Ducato nun doch noch ein Stückchen näher an die Unglückstelle und ein weiterer elastischer Gurt wurde an unsere geknüpft… Nach ein paar Minuten war die Sache erledigt und alles wieder verstaut.

Wir starteten zu einem Nachmittagsspaziergang über die Felder und mir fiel dann ein, dass die Winde gar kein 12Volt-Kabel mit einem (bspw. Zigarettenanzünder) Stecker hat, sondern das 12 Meter lange Kabel mit wirklich großem Querschnitt fest mit unserer Starterbatterie verbunden, bzw. verschraubt ist, damit man auch wirklich viel Leistung über das Kabel zur Winde bekommt. Auf dem Rückweg zu unserem Stellplatz sahen wir, dass der grüne Bulli sich erneut festgefahren hatte. Offenbar wollte der Fahrer noch näher ans Wasser und hatte die Lage vielleicht doch ein wenig falsch eingeschätzt. Als wir ankamen sagte uns die Beifahrerin, dass sie schon bei uns geklopft hätte, da sie nochmal die Bleche nutzen wollten…

Ehrlich gesagt, hatten wir nicht allzu große Lust, die mittlerweile ca. 1 Kilometer lange Strecke (sie waren noch ein ganzes Stück weiter gekommen) zu unserem Auto und zurück mit der Ausrüstung zu laufen, weil sie so „leichtsinnig“ waren. Mir fiel auf, dass in einiger Entfernung noch ein anderer 4×4-Pickup mit Wohnkabine stand und ich schlug vor, dass die Besatzung doch eventuell die „neuen“ und näheren Nachbarn fragen könnte, dann könnte man eventuell gleich mit dem Pickup ziehen und man bräuchte unsere Sachen nicht. Einen Gurt hatte der grüne Bulli ja… So wurde es gemacht und wir zogen ab.

Während ich das Video vertonte, hörte Kathleen – mit Seeblick – Musik und während ich diese Zeilen zu Ende tippe, warten wir auf den Sonnenuntergang und wünschen Euch eine ruhige Nacht.

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