Tag 27/28: Zu Gast auf einem Familientag einer polnischen Firma und am Stettiner Haff

Wir verließen den Waldparkplatz gegen 1000 Uhr und fuhren in den nächstgelegen Ort Wejherowo um – während wir mal wieder eine Maschine Wäsche wuschen – noch ein wenig für die letzten Tage der Reise in Polen einzukaufen. Leider war es nicht so schön einfach, die Wäsche zu waschen, wie bspw. in Estland. Wir brauchten etwa eine halbe Stunde, um zu verstehen, dass der Automat zur Zeit keine Kartenzahlung akzeptierte. Kurzerhand ging ich dann zum gegenüberliegenden Geldautomaten und ließ mir ein paar Polnische Zloty auszahlen. Eigentlich hatten wir nicht vor mit Bargeld rumzuhantieren, aber es nützte hier ja nichts…

Irgendwann drehte sich die Trommel dann und wir konnten im „Biedronka“ unsere Einkäufe erledigen.

Da wir auch noch Grauwasser entsorgen wollten und wir vom Wäschewaschen nun noch 35 Zloty in Münzen hatten, fuhren wir eine SB-Waschbox an und ich reinigte ungelogen ca. eine halbe Stunde lang gründlichst unser Reisemobil für umgerechnet etwa 7,50€. Das hatte sich also nicht geändert seit 2015 – die Waschboxen sind unschlagbar günstig im Vergleich zu Deutschland.

Unser Stellplatz sollte ein Picknickplatz an einem kleinen Flüsschen sein und wir verließen die gut ausgebaute „6“ um die obligatorischen 5-6 Kilometer Holperpiste zu fahren. Der Parkplatz in der Nähe der Ortschaft Nosalin, etwas hinter Slubsk war gut besucht, aber wir drängten uns ganz an den Rand am Wasser, so dass wir nicht allzu viel Parkraum für Einheimische wegnehmen würden. Nachdem wir uns ein wenig umgesehen hatten, stellten wir fest, dass auf dem Picknickplatz irgendwie eine Art Feier oder Geburtstag vorbereitet wurde. Es kamen immer mehr Autos mit Getränken, angespitzten Stöckern (wofür auch immer) und zwei Männer bauten zwei kleine Holztore auf. Zwei Frauen machten einen Grill und einen Smoker an.

Wir setzten uns am Ufer auf die Holztreppe, tranken einen Wein und genossen die Sonne. Irgendwann kamen eine Menge Kanus und legten an. Ein Transporter mit Anhänger holte die Boote ab und verschwand. Nun war klar, dass die Kanuten hier offenbar erwartet wurden und sie sich gleich stärken könnten.

Wir fragten ein junges Paar, das sich ein wenig von den anderen abgesondert in unsere Nähe setzten, was das denn hier für eine Feier oder ein Geburtstag sei. Sie antworteten, dass es sich hier um ein Familienfest für die Mitarbeiter einer „Geflügelfirma“ handelte.

Nach einer Weile startete die Truppe verschiedene Spiele, Kathleen wurde neugierig und wurde auch prompt von einem Mann aufgefordert mit zu machen. Wir setzten uns also zu den anderen ans – mittlerweile entfachte – Lagerfeuer und es wurden uns Getränke und Kuchen angeboten. Es gab nur ein oder zwei jüngere Menschen, die mit uns Englisch sprachen und natürlich für alle anderen übersetzten. Wir waren mittendrin. Uns wurden alle möglichen Fragen nach unseren Reisen, unserem Auto und überhaupt gestellt. Auch sollten wir unbedingt morgen zu einer Familie nach Hause kommen, was wir aber dankend ablehnten…Wir mussten jedoch versprechen, dass wir auf unserer nächsten Reise hier Station machen müssen. Klar, abgemacht! Nach ein paar Minuten wurde uns auch klar, wofür man hier angespitzte Stöcker brauchte. Wir bekamen einen in die Hand gedrückt und die passende Krakauer dazu. Innerhalb weniger Minuten saßen wir also mit der restlichen Mannschaft am Feuer und grillten uns die verdammt lecker riechenden Würste. Im Laufe des Abends fiel noch ein Mann hin und verletzte sich am Kopf. Natürlich holten wir sofort unsere beiden „grab-bags“ mit unserer Erste-Hilfe-Ausstattung aus dem Mobil und Kathleen versorgte unter dem Schein mehrerer Taschenlampen und der Bewunderung der Gäste die Wunden.

Irgendwann verabschiedeten wir uns und gingen ins Reisemobil zurück.

Heute morgen war – das kannten wir ja schon – der Platz tiptop aufgeräumt und nicht eine Spur der Feier war zu sehen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg, nur 140 Kilometer lagen voruns. Wir wollten auf einen Waldparkplatz in der Nähe von Nowogard. Zwischen Koszalin und Szczecin ist die „6“ sehr gut – Autobahn ähnlich ausgebaut und heißt dann auch „S6“. So ging die Fahrt zügig und komfortabel voran. Wir freuten uns aber zu früh. Ja, ich weiß, ich wiederhole mich…Die Anfahrt in den Wald war wieder grauenhaft und auch der kleine Parkplatz mitten im Wald lud uns auch nicht direkt ein, dass wir hier nur stoppten, um eine Alternative zu suchen. Neben der S3 in Richtung Norden gab es einen See, der zwei nah beieinander liegende Parkmöglichkeiten bot.

Also ging es weiter…Die S3 ist aber noch sehr neu und unsere Navis hatten sie noch nicht auf dem Schirm. Selbst Google und Petal Maps hatten Schwierigkeiten. So irrten wir durch Kreisverkehre, kleine Ortschaften und Unterführungen und kamen schon genervt beim ersten Platz an. Sah nett aus, aber wir hätten es drehen und wenden können, wie wir wollten – gerade stehen könnten wir hier nicht. Also Fehlanzeige. Zweiter Anlauf – hieß: einmal um den See. Die Beschreibung ließ die Hoffnung schon ein wenig schwinden. Sehr sandige Anfahrt. Wir kamen an und hätten vorne auf einem Parkplatz stehen können, aber an den Sandstrand käme man wirklich nur durch losen Sand. Wir gingen also zu Fuß zum Wasser, um die Lage zu erkunden. Das trauten wir uns nicht…. Hier war eine Art Strandbad, es saßen Leute auf Decken, im Sand spielten Kinder, etliche Schwimmer waren zu sehen…. Es gab hier zwar einen Weg, den ich mich getraut hätte anzufahren, aber wie sähe dass denn aus, wenn wir in dieser Kulisse auf einmal mit unserem Reisemobil auftauchten…Also Fehlanzeige. Die nächste Option war ein Platz am Stettiner Haff, den wir eigentlich erst morgen anfahren wollten. Aber nun war es auch egal, es war fast 16 Uhr und nur noch 45 Kilometer bis zum dem Spot. Auch hier sollte es eine spanndende Anfahrt durch sandige Pisten sein…So fuhren wir wieder auf die S3 um weiter in Richtung Norden zu fahren. Nach einer zwanzig minütigen Fahrt fuhren wir ab und bogen in ein verlassenes Industriegelände ein. Nach ein paar Metern kam eine Betonplattenstraße und es wurde wirklich eng… Waren wir hier richtig? Was wäre, wenn mir hier einer entgegen kommt? Klar war, die letzten 3 Kilometer gab es keine Möglichkeit, das Auto zu wenden. Das bedeutet, wenn hier gleich Schluß wäre, dann rückwärts wieder raus… Ätzende Vorstellung. Irgendwann wurde der Weg wieder breiter und wir kamen an einem Feld heraus. Ab hier wurde der Weg auch richtig sandig. Aber irgendwie machbar – dachte ich. Wir fuhren also rein und wir kamen etwa.. 10 Meter…Danach saßen wir fest. Natürlich war mir klar, dass ich nun nicht noch weiter probieren sollte, sondern wir entschieden uns direkt gleich die Sandbleche zu nehmen und rückwärts wieder raus zu fahren. Direkt hier wäre auch ein guter Platz und weiter rein, wäre leichtsinnig gewesen.

So stehen wir hier ganz gut und wenn alles gut läuft, können wir uns durchaus vorstellen hier dann auch den morgigen Tag zu verbringen und erst Dienstag dann direkt weiter nach Usedom zu fahren.

Das Video zum heutigen Tage gibt’s morgen! Schönen Abend!

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