Tag 12: Die Grenzstadt Narva, das Georgische „IN-RESTAURANT“ in Narva-Jõesuu und der Finnische Meerbusen oder „Wie gut, dass wir Sandbleche und Gurte dabei hatten…“

Das Video von gestern habe ich heute morgen an den Blogeintrag von gestern (Tag10/11) angehängt.

Der Abend im Wald auf dem RMK-Grill/Zeltplatz war super ruhig. Auf der einen Seite grillte eine 6 köpfige Familie ihr Abendessen und auf der anderen Seite (aber wesentlich weiter weg) standen 3 estnische Wohnwagen und man machte spät am Abend ein Lagerfeuer. Zu hören war von alledem nichts…Ich ging mit Frau Hund früh an den Strand um zu schauen, wie das Licht wohl morgens über dem Peipus See wirken würde, aber es war schon zu spät, die Sonne stand schon zu hoch.

Nach dem Frühstück und der üblichen Routine brachen wir zur ca.100km langen Fahrt nach Narva auf. Was wir nicht wussten: Narva ist die drittgrößte Stadt Estlands und dementsprechend – trotz ihrer „Abgelegenheit“ im Nordosten des kleinen Landes – super gut zu erreichen. Wir fuhren direkt einen Parkplatz am Grenzübergang nach Russland / Ivangorod an und waren überrascht, wie wenig hier los war. Der Grenzübergang liegt direkt in der Stadt, aber da der Grenzverkehr für Privatleute, bzw. zu touristischen Zwecken im Moment fast gänzlich unterbunden wird, sah man eigentlich nichts…

Wir gingen direkt zur „Hermannsfeste“, der Festung / Burg auf der Estnischen Seite der Narva. Von hier kann man direkt auf die Festung Ivangorod sehen und somit nach Russland.

Da es wieder ziemlich warm war und Cindy irgendwie wieder einen eher langsamen Tag hatte, gingen wir weder mit ihr die weiteren Sehenswürdigkeiten ab, noch ließen wir sie im Auto zurück und gingen alleine los.

Wir fuhren also zu unserem nächsten Ziel: Narva-Jõesuu. Man kann sagen, dass es der Küsten-/Badeort von Narva ist. Hier gibt es einen wirklich großen Stadtpark, mehrere (angeblich die besten Estlands) SPAS und Wellness-Hotels. Und natürlich unseren Favoriten – das nordöstlichste georgische Restaurant der EU, in dem wir original Kebab essen wollten.

Leider sind die Food-Selfies durch den roten Sonnenschirm farblich nicht brauchbar, aber ohne ihn wären wir in der Mittagssonne selbst gegrillt worden.

Das Essen beim „Georgen“ war super, allerdings dauerte alles ewig – es tauchte kurz nach uns eine finnische Abitur-Klasse? auf und okkupierte das gesamte Restaurant. Die wirklich merkwürdigen Figuren bestellten alle total wirr und zusammenhangslos, gingen in das Restaurant – holten sich einzeln Getränke und sehr zur Freude der Gäste und des Personals tanzten sie auch noch im Innenhof einen Ausdruckstanz zu georgischen Charthits (Im Video sind sie kurz zu sehen…)

Danach wollten wir unsere Nachtplätze anfahren. Plural? Ja, weil wir diesmal wirklich nicht abschätzen konnten, ob die Plätze mit unserem hohen Alkoven anfahrbar sind, bzw. sie uns zusagen.

Den ersten Platz konnten wir gar nicht anfahren, er war als RMK Grill-/Zeltplatz offenbar nur zu Fuß erreichbar, oder wir waren zu blöd….

Der zweite Platz war einfach auf einem 10m breiten Wiesenstreifen direkt an der Küstenstraße der Steilküste. Hm…

Der dritte wäre – so denken wir – super gewesen, allerdings mit unserem Auto nicht erreichbar. Tiefe Äste und eine ca. 12°steile geschotterte Auf-/Abfahrt machte diesen Platz direkt am Strand maximal mit einem 4×4 Jeep oder Bus, der nicht höher als max. 2,10m ist, erreichbar. Neidvoll musste ich eingestehen, dass es für unseren dann doch hohen Camper mit Frontantrieb Grenzen gibt…

Also, auf zum nächsten Platz. Er wirkte erst unspektakulär, wir sellten unser Mobil auf einem Wiesenparkplatz bei zwei weiteren PKWs ab und wollten zu Fuß erkunden, ob wir irgendwie noch näher an den Strand kommen würden, oder zumindest ein Plateau erreichen könnten, so dass wir aus unserer Hecksitzgruppe mit ihren geliebten Panorama-Fenstern auf den Finnischen Meerbusen schauen könnten. Das es hier nachher einen phänomenalen Sonnenuntergang geben würde, war bei dem Wetter jetzt schon klar.

Wir gingen als ca. 15 Minuten durch die Gegend und fanden tatsächlich einen Spot. Kathleen wollte mit Cindy zu Fuß dorthin, ich holte das Reisemobil. Eine sandige Kurve galt es zu meistern, die einzig wirklich schwer einzuschätzende Stelle. Lasse ich Druck aus den Reifen? Oder nehme ich einfach genug Fahrt auf und versuche, da so durchzubrackern… Ich entschloss mich für die zweite Variante und scheiterte…

Die Sandbleche/Recoveryboards brauchten wir noch nicht, aber zumindest der Spaten musste dann doch zum Einsatz kommen und wir erreichten einen wirklich super Platz mit einem tollen Blick aufs Wasser.

Wir gingen kurz zum Strand und wollten nach einer halben Stunde erst wieder zurück zum Mobil, um dann zum Sonnernuntergang nochmal an den Strand zurück zu kommen.

Als wir im Heck saßen und so aufs Wasser schauten, hörten wir von weitem schon, dass ein VW Transporter in unsere Nähe fuhr. Es war ein älterer T3 und die beiden Besatzungsmitglieder suchten – ähnlich wie wir vor ca. einer Stunde – einen guten Platz. In 100m Entfernung fuhr der Bulli immer näher an den Strand. Wir hörten den Motor ein paar mal aufheulen, aber Bewegung war dann keine mehr zu sehen. Die haben sich festgefahren…. Ich schaute aus dem Fenster und sah unsere Vermutung bestätigt.

Ich ging rüber und wollte schauen, ob wir eventuell helfen könnten. Es war ein junges deutsches Paar, somit gab es schon mal keine Sprachbarriere. Die beiden mit dem Lübecker VW hatten sich ganz schön eingebuddelt. Nach einer kurzen Begutachtung der Situation holte der Fahrer seinen Klappspaten aus dem Auto und ich bot zusätzlich unseren Spaten, die Recoveryboards und unsere „Man-Power“ an. Alles unter dem Vorbehalt, dass wir zum Sonnenuntergang am Strand sein wollten…. Das Angebot wurde angenommen und wir holten unsere 4 Sandbleche und den Spaten. Wir budelten die Hinterachse aus und schoben die Boards unter die Räder.

Der Versuch loszufahren klappte jedoch nicht, weil der Achssträger schon auf Sand auflag und die Reifen unsere Boards somit gar nicht zu fassen bekamen. Wir buddelten noch weiter und versuchten es ein zweites Mal. Fehlanzeige. Meine Idee war, dass wir unser Mobil holen und mit Abstand auf den „festen“ Boden stellen. Somit könnten wir unsere Winde benutzen, um den VW Camper dann zu ziehen. Die Winde würde das viel materialschonender machen, als wenn wir direkt mit einem Bergegurt ziehen würden.

Gerade als wir diesen Plan umsetzten wollten, kam eine Familie mit ihrem Volvo V70 und er wollte den VW unbedingt mit seinem Kombi aus dem Sand ziehen – wenn wir den Gurte / Seile hätten. Hatten wir! Ich holte die beiden 8Tonnen Gurte aus der Box mit der Winde und wir montierten unsere Bergegarnitur am VW und am Volvo.

Es klappte somit dann noch rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang und wir gingen – nachdem wir das Bergematerial wieder verstaut hatten, hinunter zum Strand.

Der Sonnenuntergang war wirklich großartig und nachdem es auf dem Kies dann zu kalt wurde, gingen wir zurück zum Auto. Die VW-Besatzung bot uns noch eine aus der Heimat mitgebrachte Dose Jever an. Wir tranken zusammen noch ein Bier und gingen dann ins Mobil. Auch hier konnten wir noch eine halbe Stunde von unserem Panorama Wohnzimmer in einen traumhaften Abendhimmel schauen.

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