Tag 10 / 11: Die Universitätsstadt Tartu und die Zwiebelroute

Da wir ja nur eine halbe Stunde Fahrzeit vor Tartu übernachtet hatten, war die Anfahrt schnell gemacht. Geschlafen haben wir super ruhig und gut. Das Saunaboot war gegen 2200 Uhr weg und es war totale Ruhe.

Unser erster „Auftrag“ in Tartu war Wäsche waschen. Da der „Campingplatz“ in Daugavspils (Karaoke) so gut wie keine Infrastruktur hatte und kein brauchbares Wasser für uns, konnten wir die längere Standzeit am vergangenen Wochenende nicht dazu nutzen, unsere Wäsche zu machen. Also navigierten wir ein Einkaufszentrum in Tartu an, in dem ein Waschsalon, ein großer Maxxima XX und ein Elektrofachmarkt (SD Karte für die Drohne) integriert war.

Wir belegten zwei Maschinen und stellten uns einen Timer auf 30 Minuten – genug Zeit um auf der anderen Seite des Zentrums „Zeppelin“ einkaufen zu gehen. Wir versorgten uns mit ein paar Brötchen und frischen Salaten.

Nach dem Einkauf holten wir schnell die Wäsche aus dem Salon, und kehrten zum Mobil zurück. Auf einen Schlag war unsere Null € für Stellplätze-Taktik gegessen, denn wir hatten einen 30€ Strafzettel an der Scheibe. Ich hatte gedacht, dass die ersten 90Minuten kostenlos sind – das stimmte zwar, aber dazu hätte man am Automaten sein KFZ-Kennzeichen eingeben müssen und hätte ein 1.5h Stunden gültiges, kostenloses Ticket ziehen müssen. Super. Also schnell direkt via Online-pay bezahlt und ab in die Altstadt.Die Altstadt Tartus – der zweitgrößten Stadt Estlands (sie ist trotzdem sehr klein) – ist sehr schön und stark auf Kultur ausgerichtet (Tartu hat sich als Kulturhauptstadt 2024 beworben).

Auch hier bekommt man Lust, den einen oderen anderen Sommerabend mit Freunden in einem Straßenrestaurant zu verbringen. Leider war auch bei diesem Stadtbesuch eher wieder bewölktes und nieseliges Wetter. Aber auch so war die Stadt ein wirklich schöner „Abstecher in die Zivilisation“, denn unser Nachtlager wollten wir in Kolkja – einem kleinen Dorf der“Altgläubigen“ am Peipus See aufschlagen.

Vorher machten wir bei einer CIRCLE K Tankstelle die komplette Ver-/Entsorgung. Super, hier in Estland gibt es sie wieder (wie in Schweden…), die Komfort-Tankstellen für den autarken Reisemobilisten. Tanken, ne Cola light holen, Abwasser in die Rinne und Frischwasser zapfen…Alles in einem „Abwasch“…

1h später kamen wir in Kolkja an. Uns war schon klar, dass wir ab jetzt – wo wir an touristisch mehr erschlossene Gebiete kommen – nicht mehr so alleine stehen würden. Ein holländisches Expeditionsmobil stand bereits am Badeplatz, den wir uns auserwählt hatten.

Wir machten einen kleinen Gang durch das erste Dorf der „Zwiebelrussen“, wie die Bewohner der Dörfer am Peipusssee genannt werden und wurden von einer aufziehenden schwarzen Wolke dazu bewegt, zum Mobil zurückzukehren.

Der richtige Augenblick, denn mit der untergehenden Sonne im Rücken und der Regenfront über Russland, wurden wir Zeugen des wahrhaftig tollsten Regenbogen, den wir jemals bis dato gesehen hatten. Eigentlich waren es zwei Regenbögen und beide wirklich von Anfang bis Ende sichtbar. Wahnsinn.

Die Nacht war wieder ruhig und wir schliefen wieder – für unsere Reiseverhältnisse – lang. Es wurde knapp 0930, bis wir und unser Mobil reisefertig waren. Unser Plan war heute entschleunigt, sollten es doch bloß 50 Kilometer auf der Zwiebelroute nordwärts sein.

Sonnenaufgang über der russischen Seite des Peipus Järv

Wir fuhren also die einschlägigen Dörfer mit ihren „Sehenswürdigkeiten“ ab. Die roten Felsen in Kallaste und die Kirchen der „Altgläubigen“ in Mustvee und Tammispää.

Natürlich kauften wir auch Zwiebelzöpfe bei einer „lustigen“ Zwiebel-Oma“ und ihrer Tochter oder Enkelin.

Baltkium 360
Der Dorfplatz

Kauksi – mit einem großen offiziellen Grill-/Zeltplatz der Lettischen Forstverwaltung (RMK) – sollte aber unser Ziel für die Nacht sein. Wenn es hier zu voll sein würde, würden wir weiter in den Busch fahren. Wenn nicht, wäre der Vorteil, dass wir morgen – ohne Umwege – direkt auf der „Hauptstraße“ an den nord-östlichsten Punkt unserer Reise fahren könnten.

Am Platz angekommen, waren wir überrascht. Es ist der größte dieser Art, den die RMK ausweist – ca. 70 Zeltmöglichkeiten sind erlaubt. Auf dem Platz standen aber bloß zwei weitere Wohnwagen aus Estland, zwei tschechische Wohnmobile, wir und einnweiteres deutsches Reisemobil. Genug Platz, sich nicht mal zu sehen….

Wir gingen unseren „privaten“ Aufgang zum Strand und es war der Wahnsinn. Ein wirklich toller Sandstrand am Nordufer des Peipus See – also ein Südstrand (wie in Wilhelmshaven…)

Nachdem wir ca. zwei Stunden den Nachmittag genossen hatten, kam eine dunkle Wolkenfront auf, die wir für unseren selbstgemachten „Peipuss Burger“ nutzten. Nach dem späten Mittagessen gingen wir wieder an den Strand und genossen die Abendsonne – und auch diese Zeilen entstehen gerade hier am Strand.

Baltkium 360
Der Strand für uns

Ich weiß, dass einge unsere Videos abends als „Betthupferl“ nutzen – leider muss ich euch heute vertrösten…Die Episode 7 ist fertig, allerdings macht mir Youtube heute Abend einen Strich durch die Rechnung – die LTE-Verbindung ist selbst hier im Wald stabil und schnell – der Upload zu Youtube ist aber so langsam, dass es etwa noch eine Stunde dauernd wird….Ich verlinke es morgen – sobald es mit dem Upload fertig ist. Wir wünschen euch eine wunderbare Nacht – wir genießen schon jetzt das Wellenrauschen des 20m entfernten Peipus Sees, auch wenn es aufgrund des nachlassenden Windes leiser wird…

(Update 5.8.)Hier nun das endlich hochgeladene Video:

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