Tag 9: Von „Balvi (LV)“ nach „Tartu (EST)“

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich ihn in diesem Blog (und den Vorgängern) schon zitiert habe, aber seine Legendäre Stelle nach dem Jahrhundert-Orkan, den er durchsegelt ist, ist manchmal einfach treffend.

„Nach einer – naja – nicht ganz so ruhigen Nacht…“

Erdmann, Wilfried: Allein gegen den Wind, Delius Klasing Verlag

Also, unsere Nacht war in der Tat nicht ganz so ruhig, obwohl wir abseits standen. Allerdings war der Platz gut mit dem Auto erreichbar und es feierten in der 100m entfernten Grillhütte ein paar Jugendliche bis 2 Uhr. Eigentlich nicht schlimm, weil es auch nicht wirklich laut war. Aber ich schlafe dann doch nur mit einem geschlossenem Auge, weil man einfach nie weiß, wie sich die Situation entwickelt…Es entwickelte sich nichts und wir schliefen dann heute im Verhältnis – sehr lange. Wir duschten und frühstückten spät und waren somit erst um 11 Uhr bereit zu Abfahrt. Das machte aber auch nichts, da es sowieso regnete und dies auch den ganzen Tag so bleiben sollte. Wir hatten uns vorgenommen weitere 250km gen Norden nach Tartu zu fahren und diese Strecke etwa in der Hälfte zu teilen, um an der Burg Neuhausen / Vastseliina (EST) eine Mittagspause einzulegen.

Wir fuhren eine relativ lange Strecke über eine Nebenstraße und diese sind in Lettland sehr „pistenartig“. Immer wieder waren in den Ortschaften Plattenbauten als Requisiten der kommunistischen Zeit zu sehen – ja nichts Neues – aber bei grauem Wetter sahen sie noch krasser aus.

Wir kamen dann auf die A2 – eine der größten Straßen in Lettland – sie verbindet Riga mit St.Petersburg. Wesentlich besser war die Straße nicht, etwas breiter vielleicht und in den Schlglöchern konnte man keine Bierkästen mehr verstecken.

Der Grenzübergang von Lettland nach Estland war unspektakulär, man merkte den Grenzübertritt – sollte man die Flaggen und das EU Schild nicht gesehen haben – allerdings an der schlagartigen Verbesserung des Straßenbelags am „Schlagbaum“…

Wir machten dann unsere Mittagspause bei besagter Burgruine.

Nach dem entspannten Spaziergang durch den Park rund um die Burgruine fuhren wir weiter in Richtung Tartu.

Ca.4km vor der Stadt hatten wir uns einen Spot als Nachquartier rausgesucht. Meine beiden Navi-Programme zeigten mir – zwar diesmal – den richtigen Weg, aber vor der Zufahrt in den Waldweg war eine „Baumstamm-Schranke“ und somit war der Weg hier nicht befahrbar. Wieder schaltete ich unsere Offroad Navi ein und erkannte, dass es noch einen anderen Weg – durch den Busch – geben muss…

Diesen nahmen wir und es klappte. Der Weg hatte zwar tiefe Löcher aber wieder war unsere Höherlegung, vor allem der kurze Überhang hinten und der große Böschungswinkel vorne unsere Chance, zu diesem einsamen Platz zu gelangen.

Nach wie vor regnete es und wir machten uns ein Mittagessen und lasen ein wenig. Sehr zu unserer Freude aß auch Frau Hund wieder einmal eine volle Mahlzeit, nachdem Kate sie mit wirklich allem, was das Aufschnitt- und Käsesortiment des Kühlschranks hergab, aufgepimpt hatte. Gegen Abend klarte es dann auf und die Sonne kam noch raus.

Auch ein „Saunaboot“ kam in die Kulisse gefahren und die „Saunagänger“ nutzen das Dach des Bootes als Sprungturm…

Ich hatte zwar das Tagesvideo schon fertig gestellt und hochgeladen, jedoch wollte ich die Abendsonne auch mit dem Kopter einfangen… Ich baute also schnell alles auf und kurz vor dem Takeoff meldete mir das Gerät, dass keine Speicherkarte eingelegt sei. MIST….Diese hatte ich an dem See, an dem Cindy ihren „Anfall“ hatte herausgenommen, um den Inhalt zu kopieren und in der „Eile“ dann wohl irgendwo hingetan – allerdings nicht zurück in die Drohne…. Eine halbe Stunde suchte ich wild alle Ecken im Reisemobil durch, doch wurde nicht fündig. So machte Kate ein paar Aufnahmen vom Sonnenuntergang und ich habe zumindest morgen einen Grund in die Innenstadt von Tartu zu gehen: Kauf einer neuen – schnellen – SDKarte, denn die in der Not aus dem Auto-Navi herausgefummelte Karte meldete mir der Kopter mit „zu langsam“ für die Aufnahme von HD-Videos…..ARGHHH!…..

Hier das kurze Tagesvideo mit der Burgruine Neuhausen und der Anfahrt zu unserem Nachtlager.

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die unsere Reise bisher verfolgt haben und vor allem uns so nette Nachrichten und Kommentare mit Wünschen zur Genesung unserer Hündin gesendet haben. Es scheint nochmal alles gut gegangen zu sein, sie macht einen stabilen Eindruck und wir werden die Reise erst mal wie geplant fortsetzten.

3 Kommentare zu „Tag 9: Von „Balvi (LV)“ nach „Tartu (EST)“

  1. Wir freuen uns total , dass es Cindy besser geht ! Wir wünschen Euch eine tolle Weiterfahrt und weiterhin gute Besserung 🍀 für Cindy ….. Glg Dominique & Marco

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    1. Danke für die schoenen Aufnahmen. Sind sehr froh, Cindy wieder beim Fressen und Laufen zu sehen. Hoffen wir, dass es so bleibt. Druecken die Daumen, dass der Sommer zurück kehrt.

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