3. Tag: Reise durch Polen (Teil 2)

Um kurz vor 5 Uhr sollte es eigentlich losgehen, der Timer für die Warmwasserversorgung war gestellt und wir waren vorbereitet. Kate wollte Bilder der Burgruine bei aufgehender Sonne machen – leider wurde daraus nichts – es war diesig und nebelig. Gar nicht sooo schlimm – so konnten wir uns nochmals umdrehen und zwei Stunden weiter schlafen. Es war eine super ruhige Nacht – gegen Mitternacht verschwanden die letzten „Besucher“ an der Burgruine – und wir hörten nur noch „Grillen“ und ab und zu Fische, die aus der Warta sprangen.

Kurz nach 1000 Uhr hatten wir wieder alles aufgeklart und fuhren auf die A2. Beim ersten Tankstop, machten wir auch gleich wieder eine Entsorgung. Praktisch: Bei den größeren Tankstellen findet man immer eine Entsorgungstation für Reisebusse, die wir dann gerne für unser „Grauwasser“ nutzen. Mit der „Toiletten-Entsorgung“ haben wir seit Einbau der Trelino Trenntoilette keine Probleme mehr. Beim Bezahlen besorgte ich noch schnell ein paar Dosen eisgekühltes alkoholfreies Bier, da wir durch die Hitze schon gegen 1100 Lust auf ein paar „nette“ Getränke hatten.

Die Fahrt auf der A2 in Richtung Warschau war entspannt. Direkt in Warschau gab es eine kurze Verzögerung durch zähfließenden Verkehr, aber das machte uns wenig aus, waren wir doch schon gut voran gekommen. Direkt hinter Warschau fuhren wir dann auf die neue Schnellstraße S8 oder E67, die direkt über Bialystok, Augustow und Suwalki nach Litauen führt. Diesen Abschnitt gab es 2015 tatsächlich noch nicht, bzw. er war noch nicht fertig gestellt. Damals „polterten“ wir neben dem frischen „Sandbett“ der EU-kofinanzierten Bahn. Unser Navi damals zeigte uns die neue Trasse schon an, aber sie war halt noch nicht wirklich da. Nun war sie da und wir waren wieder begeistert, wie gut man hier voran kommt. Nach ein paar Kilometern entschlossen wir uns jedoch, eine Mittagspause einzulegen und einen Stellplatz etwa 100km vor Suwalki zu suchen, da uns die gesamte Strecke dann doch zu lang werden würde.

Also guckten wir wieder bei Google Maps, ob wir auf den Satelliten-Aufnahmen irgendwo nette Spots an einem Fluß finden würden, die über eine abseitsgelegene – vielleicht sandige – Straße erreichbar sein könnten. Natürlich ist das mit vielen Fragezeichen versehen, da man die Beschaffenheit der Piste im Vorfeld so natürlich nicht beurteilen kann.

Wir wurden fündig, speicherten 2-3 solcher Orte und gaben die Koordinaten in unsere Straßennavigationssoftware (TomTom GO) auf dem Tablet ein – ein Fehler, wie sich später raustellen sollte.

Somit verkürzten wir also die eingeplante Fahrzeit heute um ca. 1 Stunde und fuhren dann nach unserer Mahlzeit weiter.

Von der Abfahrt der S8 sollten es noch ca. 15 Kilometer bis zu unserem ersten auserwählten Overnight-Stop sein. Wir fuhren durch 2 kleine Siedlungen und irgendwann zwischen Feldern hindurch. Irgendwann „befahl“ uns die Navi abzubiegen und ich bog in einen echt fiesen Sandweg ein. Am Ende war ein Bauernhof. Generell kein Problem, jedoch sollte unser Platz dann 50m daneben sein. Unmöglich, da es auch keinen Fluß gab…Wenden war hier nicht möglich und ich hatte auch keine Lust, die 900m rückwärts (unter lautem Piepen) zu fahren. Also hatte ich die bekloppte Idee, einfach rechts auf einen frisch gemähten und gepflückten Acker zu fahren…Leider haben wir bei dem Streß weder Bilder noch Videos gemacht. Ich konnte auf dem sandigen Acker nicht wenden und so blieb mir nur die Möglichkeit 100m – so lange sich die Kiste noch mit angemessener Geschwindigkeit – ohne sich einzubuddeln – bewegte, über den Acker zu pflügen.

Zurück an der Kreuzung gab ich die Koordinaten in unsere „Offroad-Navigationssoftware Orux“ ein und siehe da: der Ort wurde uns 3km neben uns am Fluß Bug angezeigt…

Also folgten wir diesmal der Offroad Navi. Alles easy, hier werden auch kleinste Fußpfade etc. angezeigt – allerdings ohne Routing und Ansagen. Das bedeutet, dass man sich nur als „Pfeil“ auf einer Karte bewegt. Somit muss man immer selber schauen, was als nächstes passieren soll.

So fanden wir allerdings nach einer wirklich spektakulären weiteren Sandpiste unseren Spot und waren wieder begeistert. Nur ein paar Angler waren noch in der Umgebung.

Ich machte wieder die Drohne klar und Kathleen machte einen neuen Kranz für unsere Tischdeko.

Wir wünschen Euch eine gute Nacht und …ach ja, morgen befinden wir uns in einer anderen Zeitzone, d.h. jetzt ist es 2113 Uhr – wenn bei euch morgen 2113 Uhr ist, ist es bei uns schon eine Stunde später..

4 Kommentare zu „3. Tag: Reise durch Polen (Teil 2)

  1. Wir wünschen Euch auch eine gute Nacht 😴 Sehr aufregend Eure Stellplatzsuche und vor allem die Dokumentationen dazu. Respekt 👍 Wir freuen uns, auf weitere Berichte und vor allem Bilder. Schön zu sehen, dass es Cindy so gut geht und sie sichtlich Spaß dabei hat mit Euch unterwegs zu sein 💓 Glg von uns …..

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    1. Danke! Ja, sie liebt es im Gras zu rennen und zu liegen. Sie war gestern auch die letzte, die um kurz nach 1000 erst ins Mobil kam. 🐺

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  2. Hi, Per, falls Du es dort bekommst, empfehle ich auf „YouTube :Womo. blog: Dieselskandal“ anzusehen. Was haelst Du davon? Ansonsten weiter gute Fahrt und immer eine Handbreit Luft unter Womo. Uli

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    1. Schaue ich mir die Tage mal an. Eine stabile mobile LTE – Internet-Versorgung haben wir aufgrund unseres Routers ja eigentlich immer, da ich immer den besten Provider am Standort wählen kann.

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