Die Nord-Tour-Teil 6

Eigentlich wollten wir ja einen Abstecher auf die Hallig Nordstrand machen. Der Stellplatz liegt aber irgendwie im „Off“ und dafür dann die Gebühr einzahlen? Wir überlegten kurz und schauten uns im Netz mehrere Bilder der Umgebung an. Diese schien in etwa so zu sein, wie die, durch die wir jetzt die letzten Tage gereist waren. Also – ausgelassen. Nächster Stop: Husum – Ups, Krabbentage in Husum- das muss nicht sein. Nicht, dass wir keine Granat mögen, aber durch eine volle Innenstadt in diesen Zeiten marschieren, war nicht nach unserem Geschmack. Dieses Jahr scheinen alle geplanten Reisen mit ihren anvisierten Orten und Zielen immer irgendwie zusammengekürzt zu werden.

Wir gaben aber nicht auf und planten ein wenig herum. Auch eine spontane Rückfahrt stand auf der Optionsliste, fiel dann aber doch aus. Wer weiß, ob wir über den Winter überhaupt noch fahren dürfen/können… Ein kurzer Blick aufs Wetterradar der nächsten Tage – hier eher durchwachsen, aber im Rheingau nett. OK. Spontane Idee: Wir machen beides – Nord-Tour und Weinreise in den Rheingau. In der Nacht von Sonntag zu Montag sollte die Reise stattfinden, dann stehen wir am Montag schon wieder in den Weinbergen…Cool. Wir riefen spontan die Eltern unseres Patenkindes in Gießen an, die gerade „große Schwester“ geworden war und fragen, ob sie auch Lust auf einen Corona-gerechten Kurzbesuch hätten. Ja, hätten sie. Also, abgemacht. Wir schauten uns ein paar potentielle Ziele an und schauten auch auf die Hinweise der Städte, Landkreise und die Seite des RKI. Sack – Gießen war innerhalb von 3 Tagen von einer Inzidenz von 28,1 auf 48,8 gestiegen. Das war natürlich Mist, das hieß nämlich, dass wir spätestens am Montag dort die 50´er Marke knacken….. Unabhängig davon, ob unser Arbeitgeber uns Reisen in „Hochinzidenz-Gebiete – also Orte / LK´s mit den magischen 50 pro 100.000 Einwohner verboten hatte und uns mit 14 tägiger Quarantäne inkl. 2 wöchigem Lohnausfall belegen würde, knickten wir diesen Plan. Es soll nicht sein. Wir planten spontan um und St. Peter Ording (SPO) war das nächste Ziel.

In den ersten Überlegungen zu dieser Reise, war SPO aufgrund des berühmten Auto-Strandes mit der Stelzenhütte ja mit auf dem Zettel der „to do´s“.

Der Stellplatz war groß, aber knackig belegt. Über Nacht war wieder keine der knapp 80 klein bemessenen Parzellen frei. Wir waren gegen Mittag vor Ort und bekamen noch eine Parzelle. Für uns ungewohnte 30€ legten wir für die Nacht hin. Inkl. Kurtaxe aber exkl. Strom und Wasser. Happig… Immerhin die Sonne schien und wir stellten die Stühle vor das Mobil, Kate nahm ein Buch und ich öffnete eine Flasche Pinot Grigio aus unserem Bord-Weinkeller.

Gegen 16 Uhr wollten wir dann in den Ort, bzw. SPO Dorf. Wer SPO kennt, der weiß, dass es ein ziemlich lang gezogenes Etwas ist…SPO-Dorf, SPO-Bad, SPO-Strand. Alles etliche Kilometer auseinander. Der Stellplatz ist jedoch mit knapp 400Meter Entfernung ziemlich nah an SPO-Dorf mit seiner kleinen aber feinen Einkaufsstraße. Dort wollten wir ein wenig gucken und uns auf der Rücktour „due Pizzi 4 Staggioni“ mitnehmen.

Wir wurden überrascht: SPO-Dorf war gut gefüllt. Allerdings waren an allen Straßenlaternen Schilder angebracht auf denen stand, dass in der Fußgängerzone Maskenpflicht herrschte und man ein „Einbahnsystem“ in den Straßen installiert hatte. Also rechts hin und auf der anderen Seite zurück.

Hinweisschild, schon lange vor den Menschenmassen im Fußgängerbereich.

Es hielten sich erstaunlicherweise viele Menschen daran, trotzdem war es voll und irgendwie skurril. Die kleinen Bistros und Gaststätten waren (zumindest) in den Außenbereichen gut besucht und die Leute tranken ihre „fancy In-Getränke“ in der Sonne.

Wir bestellten unsere Pizza bei „da Gigi“ vor und gingen dann durch die Einbahnstraße durch den Ort. Wirklich nett.

Unsere Pizza hatte selbstredend auch SPO-Aufschlag (14€ pro Pizza), schmeckte uns aber auch wirklich gut. Leider war es nach dem Verzehr der Pizza im Mobil nicht mehr wirklich angenehm draußen, so dass wir dann alles einräumten und innen blieben.

Ätzend, wenn der lange Überhang des Nachbarn in die eigene Parzelle reicht….

Heute Morgen wollten wir dann mit dem Mobil erst durch SPO-Bad und dann zum Autostrand. Es war allerdings schon wieder gut voll und der Strandaufgang für Autos wäre ebenso, wie der Parkplatz davor, gebührenpflichtig. Wir fuhren trotzdem über den Deich um einen Blick zu erhaschen. Wahnsinn….Der Strand war voll mit Autos und sie standen dicht an dicht – man hätte meinen können, dass es sich hier einen Parkplatz vor einem Discounter handelt… Bescheuert, dafür zahlen wir nicht ein… Also weiter.

Nächster Punkt unserer Liste der POIs war der Leuchtturm Westerheversand. Irgendwie hatten wir es im Gefühl, dass auch der Turm eine „Touri-Verlade“ sein würde. So war es, aus allen Richtungen kamen Autos, um die kleine kurvige Kreisstraße zum Deich vor dem Turm anzusteuern. 2,5km vor dem eigentlichen Leuchtturm – befindet sich ein gebührenpflichtiger Parkplatz mit Souvenir-Shop, Fahrrad- und Bollerwagen Verleih und ein Infohaus, der Naturpark-Verwaltung. Wir stellten unser Mobil in einer der hinteren Reihen und der Parkplatz füllte sich.

Als wir die ersten 600m zum Deichaufgang hinter uns hatten, sollten wir und – auch hier – auf einer Einbahnstraße mit vielen anderen Leuten auf den Weg zum Leuchtturm machen, um dann in Form eines Rundweges nach der 5km langen Wanderung zurück beim Parkplatz zu sein… „So toll ist er dann auch wieder nicht“, dachten wir, schossen aus der Entfernung zwei schöne Bilder und flüchteten zurück. Sollten wir es schaffen, innerhalb von 20 Minuten den Parkplatz zu verlassen, wäre er gebührenfrei…Was für ein Ansporn.

Das Eidersperrwerk

Unser nächstes Ziel hieß Büsum. Der Stellplatz am Hafen bietet Platz für 130 Mobile. „Ein Urlaub der bezahlten großen Stellplätze“…hm…ungewohnt. Schon bei der Anfahrt merkten wir, wie voll das hier in Büsum war.

Der Stellplatz hat im Moment (ca. 17Uhr Ortszeit) etwa eine 75prozentige Auslastung.

Wir suchten uns einen Platz im hinteren Bereich, der Vordere ist nahe der großen PKW-Parkplätze, beim Riesenrad und und und. Die Parzellen sind ok. Einen Urlaub möchten wir hier jedoch nicht verbringen. 13€ inkl. Strom, Ver-/Entsorgung sind dann eher wieder angemessen. Leider nahm der Automat keine großen Scheine und somit mussten wir erstmal einen Gang in den Ort machen, um Geld zu wechseln, denn auch der Fischwagen am Eingang wollte uns den Schein nicht klein machen. Im Ort galt wiederum das Einbahnstraßensystem, allerdings herrschte – sehr zu unserer Verwunderung – keine Maskenpflicht. Schon von Weitem erkannten wir, dass wir nicht in das Getümmel gehen würden….. Also beschloss ich, mich von hinten an die Bankfiliale zu schleichen und schnell eine kleine Menge Bargeld zu holen. Kate blieb mit Cindy in gebührendem Abstand all dem fern.

Zurück beim Stellplatz machten wir uns Essen und schauten im Netz, warum es hier auch so voll ist: Lichterwochen vom 17.10.-1.11.2020…

Wer Lust hat, das Video der Lichterwochen zu schauen, hat hier die Chance.

(Wir werden keine Bilder / Videos nachreichen, da wir nicht in den Ort gehen…)

Irre, so sitzen wir jetzt hier, ich schreibe den Blog-Eintrag, Kate liest und in den Nachrichten verfolgen wir den Aufruf unserer Kanzlerin, doch bitte zu Hause, vor allem im Haus zu bleiben und soziale Kontakte zu vermeiden, um einen erneuten Lockdown und eine somit Überlastung der Systeme zu verhindern…

Wir hatten seit dem letzten Schultag, abgesehen vom kleinen Jungen auf Sylt (der sprach uns aber auch immer mit Abstand an) keine Sozialkontakte. So eine absolute Grütze. Was machen wir jetzt weiter? Eigentlich wollten wir ab morgen noch 2-3 Tage im Cuxhavener Land (Freiburg/Elbe, Oederquart, etc.) bleiben, aber so richtige Entspannung kommt jetzt nicht mehr auf. Somit können wir uns dann nächste Woche schön zu Hause „einmuckeln“ und uns für die kommenden Wochen in der Schule gesund halten… Hm… Ich mache mir erstmal eine Flasche Wein auf, damit kann ich erstmal nichts falsch machen, oder?

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