Marienborn – Wurzen

Reiseroute bisher

Dass wir in einem Wohngebiet übernachtet hatten, merkten wir nicht. Es war sehr ruhig. Kathleen holte frische Brötchen und nach dem Frühstück ging es los. Reiseroutine: Ver-/ Entsorgung.

typische Situation…

Auf längeren Reisen entleeren / füllen wir unsere Tanks immer dort, wo sich eine Möglichkeit ergibt – wer weiß, wann es wieder die Möglichkeit gibt. So kann es zwar sein, dass wir zwei aufeinander folgende Tage ver-/entsorgen, aber dadurch haben wir dann immer 4-5 Tage keine Not, sollte sich keine Möglichkeit dieser Tätigkeit ergeben. So verschaffen wir uns Freiheit.

Die erste Etappe war schnell erreicht: Die GüSt Helmstedt / Marienborn

https://gedenkstaette-marienborn.sachsen-anhalt.de/startseite/ . Ein Ort der mir – trotz meiner damaligen Adoleszenz – in Erinnerung geblieben ist. Auf einigen „DDR-Urlauben“ mussten wir diesen Ort als „Schleuse“ in die damalige DDR nutzen. Ich erinnere mich gut daran, dass die „Prozedur“ der Einreise aus dem „feindlichen“ Westen gut und gerne 4-6 Stunden dauerte, dass es dort MitarbeiterInnen gab, die in Willkür über die Dauer der Abfertigung entschieden…

Schon bei der Einfahrt in das Areal kamen bei mir die Erinnerungen wieder. Krass, wie lange diese Bilder quasi 40 Jahre abgespeichert im deklarativen Gedächtnis bleiben…

Wir parkten und begaben uns auf die Anlage. Wo wir früher stundenlang im Auto saßen, lief ich zwischen langsam verfallenden Barracken umher…Bis ich das Förderband fand – unfassbar, es war genau wie in meiner Erinnnerung…

Das Förderband

Auch die kleine Dauerausstellung besuchten wir, hier gab es viele Informationen, wir hätten 2-3 Stunden bleiben können – jedoch lag Cindy vor dem Eingang. Unwohl fühlte man sich trotz COVID-19 im Jahre 2020 nicht – es durften immer nur 35 Personen in die Ausstellung.

Für Kathleen war es merkwürdig – gänzlich unemotional – war diese Anlage vielen damaligen DDR-Bürgern weder bekannt, noch war man in den Westen durch dieses Nadelöhr gereist. Es war der größte Grenzübergang und das Tor zur Transitstrecke nach West-Berlin.

Besonder heftig: Die Anlage der Technik V. Eine Cäsium-Durchleuchtungsanlage, die alle Fahrzeuge und Personen bei der Ausreise aus der DDR in – bis jetzt – unbekannter Dauer und mit unbekannter Stärke mit Röntgenstrahlung durchleuchtete… Diese Anlage ist – merkwürdigerweise – am Tag nach der Grenzöffnung abgebaut worden und seitdem verschwunden….

Auf der Fahrt nach Wurzen (ca. 1.5h) haben wir heftig diskutiert. Emotionale Themen und Erlebnisse bewegen – wer weiß das besser, als das deutsch-deutsche Paar, das wir sind.

Etwas weniger emotional ging es in Wurzen zu. Wurzen, die Geburtsstadt von Hans Gustav Bötticher – vielen von euch besser als Joachim Ringelnatz bekannt, ist fein herausgeputzt. Sie ist klein, aber fein. Die Altstadt liebevoll saniert, als warte sie nur auf den Zuzug der Menschen, die in den umliegenden großen Städten, wie z.B. Leipzig arbeiten – denn Leerstand scheint hier ein großes Thema zu sein.

Bei einem ortansässigen Discounter besorgten wir uns noch schnell frische Champignons und zwei Flaschen einer trockenen Cuvée „Riesling und Traminer“ aus dem Zweifluss – Weinanbeugebiet „Saale / Unstrut“ und fuhren weiter in Richtung Osten. An einer Waldlichtung hielten wir an. Wir fanden einen Übernachtungsplatz nach unserem Geschmack. Schön, einsam, naturnah…

Wir machten uns eine leckere Pfanne Geschnetzeltes mit Pilzen und genossen den Weißwein, während die Sonne unterging.

Die daraus entstandene weitere Planung geben wir hier nicht preis – das lest Ihr in den nächsten Tagen.

Video „Helmstedt / Marienborn“
Wurzen

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